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Chinas Freihandelszonen Teil 1: Freihandelszone Chongqing


Pläne für die Freihandelszone Chongqing wurden 2016 bekannt gegeben. Drei Jahre nach Enthüllung des neuen Freihandelszonenkonzepts in China. Als eine Form von Sonderwirtschaftszone (SWZ), welche zuerst unter Deng Xiaoping existierten, waren sie in den 1980er-Jahren Teil der chinesischen Reform- und Öffnungspolitik. Die Freihandelszonen (FHZ) sind Anreiz für Investoren, aus dem Ausland im schnell wachsenden chinesischen Markt zu investieren.

Was sind Freihandelszonen?

SWZ und FHZ unterliegen vereinfachten gesetzlichen Bestimmungen und erlauben eine unkompliziertere Unternehmensgründung sowie Zollabfertigung in China. In FHZ können Unternehmen Waren importieren, bearbeiten und exportieren, ohne dabei besteuert zu werden.

Der Fokus von chinesischen SWZ ist die Verbindung zwischen dem chinesischen Festland und Hong Kong, Macau sowie Taiwan. Der Fokus von FHZ ist global und ist ein essenzieller Teil der One Belt, One Road Initiative.

Ein bedeutendes Merkmal chinesischer FHZ ist die so genannte „Negativliste“. Diese Liste besagt, in welchen Geschäftsbereichen ausländische Investoren nicht tätig sein dürfen. Unternehmen aus Branchen, welche nicht auf dieser Liste aufgeführt sind, werden innerhalb der FHZ wie nationale Firmen behandelt. Die „Negativliste“ wurde mittlerweile zu einer nationalen Richtlinie über Auslandsinvestitionen ausgebaut und so gibt es heute eine nationale Negativliste sowie eine FTZ-Liste.

Lesen Sie unsere Artikel „Das Auslandsinvestitionsgesetz vom 01.01.2020 in der Volksrepublik China“, um mehr zu lernen.

Die FHZ-Richtlinien sind attraktiv für ausländische Investoren von internationalen E-Commerce-Unternehmen, die daran interessiert sind, sich die Vorteile bei den chinesischen Lohnkosten und des massiven Verbrauchermarktes zunutze zu machen.

Laut eines Berichts von Xinhua, haben FHZ in den ersten sieben Monaten von 2020 USD 13,3 Mrd. an Auslandsinvestitionen generiert. Das sind 16.8 % der gesamten chinesischen Auslandsinvestitionen, was wiederum Außenhandel im Wert von USD 410 Mrd. ermöglicht oder 13.5 % des gesamten Außenhandels.

Geschichte der Freihandelszonen

Seit dem Inkrafttreten der Richtlinie in 2013 sind in China 13 FHZ etabliert worden. Die Freihandelszone Shanghai Waigaoqiao war eine der Ersten und wurde in den 1990ern eingerichtet. 2013 wurde Sie in ein neues Pilotprojekt integriert, welches FHZ als ein größeres strategisches Bild der chinesischen Wirtschaftspolitik betrachtet. Das Freihandelszonenprojekt Shanghai diente als experimentelles Instrument, um Wirtschaftsreformen und ausländische Direktinvestitionen zu testen.

Danach folgten 2015 FHZ in Tianjin, Guangzhou und Fujian. 2016 wurden sieben weitere FHZ angekündigt, 2018 wurde Chongqing und Hainan bekannt gegeben.

Im Anbetracht des chinesisch-amerikanischen Handelskonfliktes wurden während des G20-Gipfels 2019 von China sechs neue FHZ angesagt, um zu signalisieren, dass es seine Wettbewerbsfähigkeit global steigern wird. China hat mittlerweile FHZ in 18 Regionen etabliert, wobei weitere Regionen, aber auch Extrazonen geplant sind. Zusätzlich wurden innerhalb der etablierten FHZ die Negativlisten gekürzt, um Auslandsinvestoren aus mehr Branchen Zugang zu bieten.

Die bis dato etablierten FTZ liegen in Tianjin, Shanghai, Fujian, Guangdong, Liaoning, Zhejiang, Henan, Hubei, Sichuan, Shaanxi, und Chongqing.

Warum Chongqing?

Ein Jahr nach ihrer Bekanntgabe wurde die Chongqing FHZ am 1. April 2017 eröffnet. Die Chongqing FHZ besteht aus drei Bezirken, Xilong, Guoyang und Lingjiang, welche zusammen auf 119,98 k㎡ zu Hause sind.

Chongqing liegt in West-Zentralchina und ist ein wichtiger Binnenhafen. Dank ihrer zentralen Lage ist die Stadt von ausschlaggebender Bedeutung für die chinesische Logistik und dient als strategischer Knotenpunkt für Chinas zukünftige wirtschaftliche Entwicklung. Der Standort Chongqing ist der Ausgangspunkt für den China Railway Express (Chongqing–Xinjiang–Europa), welcher Chongqing als essenziellen logistischen Grundpfeiler in Chinas Außenhandelspolitik unterstreicht. Die Route verbindet die One Belt, One Road mit dem Yangtze River Economic Belt und hilft China dabei, seine Interessen im Westen auszubauen.

Die drei Bezirke, welche die Chongqing FHZ ausmachen, sind wirtschaftlich jeweils in einem anderen Bereich spezialisiert. Xilong ist ein Industriegebiet, spezialisiert auf die Herstellung von Mikroelektronik, was wiederum den Standort Chongqing als Hochtechnologie-Fertigungsbranche beschleunigt. Lingjiang ist das Zentrum für neue und Biotechnologie und fördert somit die medizinische Industrie der Region. Guoyang ist ein Binnenhafen und dient der Region als multimodales Logistikzentrum.

Vorteilhafte Richtlinien

Die Chongqing FHS beherbergt das einzige Kooperationszentrum für Markenprüfungen in Westchina. Dieses Zentrum erlaubt es Unternehmen, die Bürokratie auf weniger als drei Tage zu reduzieren, wobei die Regierung maximal 5,3 Tage für diesen Prozess benötigt. Des Weiteren bietet Chongqing FHZ 144 Stunden visumfreien Transit, Steuerrückerstattungen sowie eine direktere Einkommensabwicklung.

Zukunftspläne für Chongqing

Ab 2021 werden alle 151 getesteten Reformen des ursprünglichen Plans in der Chongqing FHZ umgesetzt sein. Vier Jahre nach dem Beginn des Pilotprojektes Chongqing FHZ hat sich dieses als Erfolg erwiesen. Laut den Zahlen von IChongqing nahm die FHZ lediglich 0,1 % von Chongqings Landfläche ein, machte aber 70 % deren Import und Export aus sowie 40 % der ausländischen Direktinvestitionen. Es gibt in der Chongqing FHZ 3,5 Mal mehr Markteinheiten als vor deren Einrichtung. Die Logistik-, IT-, Software- und Technologiedienstleistungsbranche machen 75 % der insgesamt 50.000 neuen Geschäfte aus.

Die Chongqing FHZ dient als Modell für die Entwicklung und Erschließung von westchinesischen Städten, wovon die meisten in der Vergangenheit im Vergleich zu Städten an der Küste wirtschaftlich unterentwickelt waren. Nachdem China 2017 den Masterplan für die Freihandelszone Chongqing veröffentlicht hat, wird diese den rechtlichen Rahmen für Unternehmen und Logistikkapazitäten weiter ausbauen, um diese in die ehrgeizige One Belt, One Road Initiative sowie den Yangtze River Economic Belt einzubetten.

Welche anderen FHZ verdienen einen genaueren Blick? China gab 2018 bekannt, dass es einen Freihandelshafen in Hainan plant, welches für sein tropisches Klima und internationalen Tourismus bekannt ist. Hainan wird Chinas größte FHZ und wird die gesamte Insel/Provinz umfassen. Finden Sie in unserem nächsten Artikel heraus, warum China sich gerade für Hainan als ersten Freihandelshafen entschieden hat: Freihandelshafen Hainan

Melchers unterstützt ausländische Unternehmen in China

Mit mehr als 150 Jahren Geschäftserfahrung in verschiedenen Bereichen in China wissen wir, dass jedes Unternehmen ein einzigartiges Konzept für den chinesischen Markt benötigt. Chinas Geschäftswelt ist ständig im Wandel und unterscheidet sich von Region zu Region in Bezug auf Wohlstand, Regulierung, Offenheit gegenüber Unternehmen sowie andere Faktoren, welche das Geschäftsumfeld beeinflussen. Aufgrund seiner Größe und Vielfalt ist China schwer mit einem anderen Land der Welt zu vergleichen. Um die regionalen Unterschiede in China zu bewältigen, ist es besonders wichtig, dass kleine und mittlere Unternehmen einen erfahrenen Partner wie Melchers haben. Mit Standorten in den wichtigsten chinesischen Wirtschaftszentren verfügen wir über ein regionales und ganzheitliches Verständnis und können Ihre Marktstrategie optimal auf einzelne Regionen anpassen. Die langjährige Zusammenarbeit mit zahlreichen nationalen und internationalen Unternehmen erlaubt es uns, umfassende Dienstleistungen in der gesamten Wertschöpfungskette anbieten zu können und somit Ihrem Geschäft in China zum Erfolg zu verhelfen.

 

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