Was können wir aus 2020 lernen und wohin geht die Reise in 2021?

Auftakt der Post-COVID-Wirtschaft 2021

Beschleunigte Digitalisierung

Während die meisten Unternehmen bereits 2019 die Digitalisierung anstrebten, zwang der COVID-19-Ausbruch alle, diesen Prozess zu beschleunigen. Verbraucher, die nicht reisen konnten, und nur begrenzte Möglichkeiten hatten, das Haus zu verlassen, mussten ihre Einkäufe online verlagern. Laut Studien von McKinsey & Company hat die Krise den Digitalisierungstrend im Bereich Kundeninteraktion weltweit stark verstärkt.

Laut derselben Studie hat die Anzahl der digitalen Produkte und Dienstleistungen infolge der Digitalisierung der Verbraucherinteraktionen seit der COVID-19-Krise weltweit ebenfalls stark zugenommen.

Es ist unwahrscheinlich, dass sich dieser Trend umkehren wird, selbst wenn sich die COVID-19-Krise dank Impfungen entspannen wird. Die Verbraucher haben sich an die Vorzüge des Onlineshoppings gewöhnt. Und die Unternehmen haben während der Krise in die Optimierung ihrer E-Commerce-Kanäle investiert.

Strategische Neuausrichtung

Als Reaktion auf die weitverbreitete Digitalisierung von Geschäftsprozessen entstanden neue Marketingmodelle wie Produktpräsentation per Livestream, Omnichannel-Marketing im Einzelhandel und Social-Media-getriebener E-Commerce. Unternehmen vor Ort reagierten auf die Verlangsamung der globalen Lieferketten mit einer Diversifizierung und Lokalisierung ihrer Lieferketten, um die Risiken von einer Verzögerung des Güterverkehrs aufgrund geschlossener Grenzen zu reduzieren.

In China lässt sich schon jetzt beobachten, wie viele dieser Veränderungen eingetreten sind. Dort hat sich die Wirtschaft bereits erholt – selbst das hart betroffene Gastgewerbe verzeichnete im Jahresvergleich Wachstum. Im E-Commerce gibt es keine Anzeichen einer Verlangsamung. Die wesentlichen Technologieriesen des E-Commerce berichten von steigenden Wachstumsgewinnen und fortschreitender Digitalisierung, obwohl Ausgangssperren und Ausgangsbeschränkungen zu einer schwindenden Erinnerung werden. Da die Grenzen für Ausländer noch nicht vollständig offen sind, konzentrieren sich Unternehmen vermehrt auf ansässige/inländische Kundschaft, wie dies in unterschiedlichen Branchen, vom Tourismus bis hin zu Luxusgütern, zu beobachten ist.

In den USA, wo die Krise nun endlich unter Kontrolle ist, haben Stimulus-Checks die Wirtschaftslandschaft der Einzelhändler verändert. Verbraucher in der Mittelschicht, die zur Deckung des Lebensunterhalts keinen Stimulus-Check benötigen, haben jetzt ein zusätzliches Einkommen zur Verfügung, das sie für Luxusgüter ausgeben können. Dies sollte sich auf das amerikanische Supply-Chain-Management und die Preisgestaltung auswirken, denn Situationen wie die Knappheit an Computergrafikkarten, mit der wir derzeit konfrontiert sind, sollten zukünftig vermieden werden.

Cashflow ist König

Da 2020 das Jahr des Umdenkens war, konnten wir branchenübergreifend umfassende strategische Änderungen beobachten. Jedoch ist zu bedenken, dass sämtliche Änderungen, die ein Unternehmen vornimmt, einen Einfluss auf seine Bilanz haben. Darüber hinaus tritt in schwierigen Zeiten ein zweiter einflussreicher Faktor in den Vordergrund: der Cashflow.

Die Wachstumsrate der Weltwirtschaft ist seit der Wirtschaftskrise 2008 jedes Jahr konstant positiv. Diese Entwicklung ermutigte ein Gefühl von „die guten Zeiten sind hier, um zu bleiben“, und Unternehmen haben auf der Grundlage dieses Wachstums Entscheidungen getroffen. Während in diesem Jahr die Zahl derjenigen, die Geld sparen, stark angestiegen ist, verschwinden die Cashflows und Ersparnisse der Unternehmen rasant. Denn ohne Kunden gibt es kein Einkommen, um Mitarbeiter, Miete, Hypotheken, Kredite, Nebenkosten und Waren zu bezahlen – diese Liste ließe sich noch beliebig weiter fortsetzen. Dieser Liquiditätspool kann schnell versiegen. Zusätzlich führten die guten Zeiten dazu, dass Unternehmen ihre Kapazitäten überbeanspruchten.

Manchmal lohnt es sich um der Zukunft willen, einen erheblichen Einkauf zu hinterfragen. 2020 hat bewiesen, dass ein ausgewogener Rainy-Day-Fonds zusätzlich zu einem intelligenten Cashflow für Unternehmen 2021 die Rettung bedeutet und die Chance bietet, im neuen Jahr zu wachsen.

Blick in eine ungewisse Zukunft

Angenommen Ihr Unternehmen hat sich positiv entwickelt und Sie waren finanziell gut genug aufgestellt, um den Sturm zu überstehen: Was passiert im nächsten Jahr? Was passiert, wenn eine neue Welle kommt oder ein Wirtschaftsabschwung eintritt? Wie reduzieren Sie dieses unterschwellige Risiko?

Während das dritte und vierte Quartal 2020 einen gewaltigen Schub erlebte, um verlorenes Geschäft aus den letzten beiden Quartalen wiederzugewinnen, folgte gegen Ende 2020 im Einklang mit dem Wetter die Abkühlung. Dies ist zurückzuführen auf die übliche Verlangsamung im Vorfeld des chinesischen Neujahrs Anfang 2021 und das Unbehagen, nicht zu wissen, was im nächsten Jahr bezüglich COVID-19 und der Öffnung der nationalen Grenzen passieren wird. Dies bedeutet allerdings nicht, dass keine Entscheidungen getroffen werden sollten, da dies der Beginn eines neuen Quartals und eines neuen Jahres ist. Darüber hinaus spiegeln diese Entscheidungen in den ersten drei Monaten des Jahres 2021 die Hoffnung wider, für den Rest des Jahres mehr Schwung zu gewinnen.

Gehen Sie 2021 auf Nummer sicher

Sollte Ihr Unternehmen 2020 überstanden haben, dann ist Gratulation angebracht! Das kommende neue Quartal birgt Überraschungen und hoffentlich eine gewisse Normalität, insofern die Krise unter Kontrolle ist. Beachten Sie beim Planen für das nächste Quartal 2021 Ihre Erkenntnisse aus 2020.

Wie wir gesehen haben, ist die Digitalisierung eine Tatsache. Die COVID-19-Krise hat lediglich einen bereits bestehenden Trend beschleunigt. Wettbewerbsfähig zu sein und zu bleiben bedeutet, mit den Veränderungen des E-Commerce und des digitalen Marketings Schritt zu halten, denn in dieser schnelllebigen Arena finden Sie potenziell die nächste Gelegenheit für Ihr Unternehmen.

Angesichts der langsamen Öffnung der Grenzen ist es sinnvoll, sich weiterhin stark auf das Lieferkettenmanagement für Ihre Produkte zu konzentrieren und potenzielle Engpässe zu identifizieren. Die Diversifizierung der Lieferketten kann bei einer erneuten Krise für Ihr Unternehmen die Rettung bedeuten, auch wenn Sie dabei auf geringe Kosteneinsparungen verzichten müssen.

Andererseits schützt die Diversifizierung Ihres Kundenstamms Ihr Unternehmen auch vor Störungen großen Ausmaßes – insbesondere, wenn Ihre Hauptkunden im Ausland sind. Wenn Sie es schaffen, sich vor Ort zu etablieren und so Beziehungen zu Ihren ortsansässigen Kunden zu festigen, können Sie eine internationale Krise wie diese überstehen.

Und zum Schluss: Halten Sie nichts für selbstverständlich; das betrifft vor allem günstige wirtschaftliche Bedingungen. Haben Sie immer Ersparnisse zur Hand, um Ihr Unternehmen bei der strategischen Kursänderung zu unterstützen.

Wie Melchers Ihr Unternehmen in China unterstützt

Mit mehr als 150 Jahren Geschäftserfahrung in verschiedenen Bereichen in China wissen wir, dass jedes Unternehmen ein einzigartiges Konzept für den chinesischen Markt benötigt. Chinas Geschäftswelt ist ständig im Wandel und unterscheidet sich von Region zu Region in Bezug auf Wohlstand, Regulierung, Offenheit gegenüber Unternehmen sowie andere Faktoren, welche das Geschäftsumfeld beeinflussen. Aufgrund seiner Größe und Vielfalt ist China schwer mit einem anderen Land der Welt zu vergleichen. Um die regionalen Unterschiede in China zu bewältigen, benötigen kleine und mittlere Unternehmen einen erfahrenen Partner wie Melchers. Mit Standorten in den wichtigsten chinesischen Wirtschaftszentren verfügen wir über ein regionales und ganzheitliches Verständnis und können Ihre Marktstrategie optimal auf einzelne Regionen anpassen. Die langjährige Zusammenarbeit mit zahlreichen nationalen und internationalen Unternehmen erlaubt es uns, umfassende Dienstleistungen in der gesamten Wertschöpfungskette anbieten zu können und somit Ihrem Geschäft in China zum Erfolg zu verhelfen.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an marketing@bj.melchers.com.cn.

 

 

Autor |2021-04-22T04:14:38+00:0022. April 2021|Post|